Anwendungsgebiet der Radionuklid-Therapie
Bei Knochenschmerzen an mehreren oder vielen Stellen aufgrund gestreuter Skelettmetastasen kommt die Radionuklid-Therapie zum Einsatz. Hierbei werden radioaktive Partikel vom Tumorgewebe aufgenommen und zerstören die Krebszelle. Diese Therapie kann nur angewendet werden, wenn eine vorausgehende Skelettszintigraphie gezeigt hat, dass die befallenen Knochenabschnitte einen krankhaft gesteigerten Knochenstoffwechsel aufweisen.
Da die eingesetzte Betastrahlung nur eine geringe Reichweite hat, ist die Radionuklid-Therapie bei größeren Metastasen ungeeignet. Eine weitere Einschränkung ist eine bereits beeinträchtigte Blutbildung, da es bei 20–60 % der Patienten nach der Radionuklid-Therapie zu einer Schädigung des Knochenmarks kommt.
Durchführung
Nach einem Aufklärungsgespräch wird ein Zugang über die Vene gelegt. Hierüber wird ein radioaktives Medikament in die Blutbahn eingebracht, das dann von den Knochenmetastasen aufgenommen wird. Einige der verwendeten radioaktiven Substanzen erfordern ein Ganzkörperszintigramm einige Stunden nach Gabe, um ihre Verteilung im Knochengewebe zu dokumentieren.
Im Anschluss an die Radionuklid-Therapie wird in regelmäßigen Abständen für mehrere Wochen das Blutbild kontrolliert.
Wirkung auf den Schmerz
Bei einigen Patienten kann es in den ersten beiden Tagen nach der Injektion zu einer vorübergehenden überschießenden Schmerzreaktion kommen. 70–90 % der Patienten berichten von einer Schmerzlinderung unter dieser Therapie. Der maximale schmerzlindernde Effekt tritt um den 10. Tag nach der Behandlung ein und hält für etwa fünf bis acht Wochen an.
Die Vorteile der Radionuklid-Therapie gegenüber der lokalen Bestrahlung liegen in der Möglichkeit der Wiederholungsbehandlung und in der Behandlung von Metastasen, die noch keine Krankheitszeichen hervorgerufen haben. Die Radionuklid-Therapie kann jedoch keine Heilung bringen, sie ist immer nur eine schmerzlindernde Maßnahme.